Im letzten Winter (2011/2012) wurde zwei Mal bekannt, dass die ‚ÄěKaltreserve‚Äú aktiviert werden musste. So kamen am 8. und 9. Dezember 2011 √∂sterreichische Reservekraftwerke erstmals zum Einsatz. Die eigentliche Ursache f√ľr den Netzeingriff war offensichtlich der Ausfall von Block C des Kernkraftwerks Gundremmingen in Bayern. Dieser Block mit einer Leistung von 1.344 MW musste unverhofft wegen zweier undichter Brennelemente herunter gefahren werden. Untersucht man die Produktionszeiten der drei E.ON ‚Äď Gaskraftwerke, die als Reservekraftwerke f√ľr diesem Zeitraum prinzipiell zur Verf√ľgung stehen, so stellt man verbl√ľfft fest, dass die sehr nahe an dem Kernkraftwerk Gundremmingen stehenden E.ON Gaskraftwerke Irsching 3 und Staudinger 4 in der fraglichen Zeit √ľberhaupt nicht eingesetzt wurden. Immerhin haben die beiden Kraftwerke eine Gesamtleistung von 1.037 MW. Stattdessen wurde sehr medienwirksam u.a. ein rd. 500 km entfernt von Gundremmingen entferntes altes √Ėl-Kraftwerk bei Graz im S√ľden √Ėsterreichs in Betrieb genommen. Vieles bleibt in diesem Fall unklar. Auch der Bericht der Bundesnetzagentur zum Zustand der leitungsgebundenen Energieversorgung im Winter 2011/2012 gibt keine befriedigenden Antworten. Klar ist nur, dass die Kosten f√ľr die Nutzung der Kaltreserve von allen Stromverbrauchern durch Umlage auf die Netzentgelte getragen werden m√ľssen. Vielleicht lag darin ein das Hauptmotiv f√ľr das Anzapfen der Kaltreserve.

Quelle: IWR News 21.5.123