21.12.16 WEA verursachen durch ihre Rotordrehung eine periodisch auftretende, sich bewegende Verschattung des direkten Sonnenlichts. Diese periodischen Lichtreflektionen (Schattenwurf) fallen unter den Begriff der Immissionen des ¬ß 3 Abs. 2 BImSchG (‚Äě√§hnliche Umwelteinwirkungen‚Äú). Die zu untersuchenden Immissionen durch direkten Schattenwurf des Rotors k√∂nnen bei drehendem Rotor st√∂rend wirken. Aus der Anzahl der Rotorbl√§tter und der Drehzahl des Rotors ergibt sich die jeweilige Frequenz, mit der wechselnde Lichtverh√§ltnisse im Schattenbereich auftreten k√∂nnen. Aus Windenergiehandbuch (M. Agatz): Der Schattenwurf ist neben den geometrischen Abmessungen der WEA und der Lagegeometrie zu den Immissionsaufpunkten abh√§ngig vom Sonnenstand, von den Wetterbedingungen und der Azimutstellung des Rotors (und damit der Windrichtung). Das menschliche Auge nimmt Helligkeitsunterschiede von mehr als 2,5 % wahr [LAI 2002].

Schattenwurfprogonse Das i.R. einer Schattenwurfprognose durchgef√ľhrte Berechnungsmodell basiert auf einem ‚Äěworst-case Szenario‚Äú, welches unter Annahme / Ber√ľcksichtigung unterschiedlichster und ung√ľnstigster Einflussfaktoren zu einer theoretischen, d.h. astronomisch maximal m√∂glichen Beschattungsdauer an ma√ügeblichen Einwirkungsorten gelangt. Faktoren sind z.B. wechselnde Sonnenst√§nde (Meteorologie), exakte Standorte, Kenngr√∂√üen u. und Betriebszeiten der WEA, Gel√§ndeaus-gestaltung, Bewuchs, Bebauungen oder andere Hindernisse sowie exakte Abst√§nde zwischen WEA und Immissionsorten.

"Schattenwurf Hinweise" der LAI Zur Bewertung der Einwirkungen durch Schattenwurf sind die vom Staatlichen Umweltamt Schleswig im Jahr 2002 erarbeiteten und vom LAI empfohlenen ‚ÄěHinweise zur Beurteilung der optischen Immissionen von WEA‚Äú (WEA-Schattenwurf-Hinweise) heranzuziehen. Im Falle einer prognostizierten √úberschreitung der darin festgelegten Immissionsrichtwerte ist deren Einhaltung durch technische Ma√ünahmen sicherzustellen. Um erhebliche Bel√§stigungen f√ľr Menschen, Tiere und Pflanzen auszuschlie√üen, darf hinsichtlich des durch WEA zu erwartenden, periodisch wiederkehrenden Schattenwurfs die astronomisch maximal m√∂gliche Beschattungsdauer unter kumulativer Ber√ľcksichtigung der Beitr√§ge s√§mtlicher WEA eines Windparks an den ma√ügeblichen Immissionsorten 30 Stunden pro Kalenderjahr und dar√ľber hinaus 30 Minuten pro Kalendertag nicht √ľberschreiten. Bei Einsatz einer Abschaltautomatik (Schattenwurfmodul), die mittels Strahlungs- oder Beleuchtungsst√§rkesensoren die konkrete meteorologische Beschattungssituation erfasst, gilt die astronomisch maximal zul√§ssige Beschattungsdauer von 30 Stunden pro Kalenderjahr als eingehalten, wenn, bezogen auf die Einstellung der Abschaltautomatik, die tats√§chliche, reale Beschattungsdauer 8 Stunden pro Kalenderjahr nicht √ľberschreitet.

Schattenwurf im Genehmigungsverfahren nach BImSchG Der Schattenwurf wird Genehmigungsverfahren nach Bundesimmissionsschutzgesetz durch die Genehmigungsbeh√∂rden allerdings nicht einheitlich behandelt. In Baden-W√ľrttenberg wird in Unkenntnis der Sachlage nur der Schattenwurf hinsichtlich des Schutzgutes "Mensch" betrachtet, denn in den Genehmigungsantr√§gen ist immer vom "Abstand und Schattenwurf zur Wohnbe-bauung" die Rede. Es fehlt die Auswirkung auf die Tier- u. und Pflanzenwelt.