13 Windräder nach Herrenberg?

Dieser Tage hat Umweltminister Untersteller die Katze aus dem Sack gelassen: Gem√§ss Windkraft-Potenzialatlas den sein Haus erstellt hat k√∂nnen im Kreis B√∂blingen 270 Windindustrieanlagen Platz finden. Davon entfallen auf Gemarkung Herrenberg 13 (128 ha), Bondorf 12 (181 ha), G√§ufelden 6 (49 ha), G√§rtringen 14 (319 ha), Leonberg 14 (149 ha) um einige Gemeinden zu nennen. Damit will er wohl der Windkraftindustrie auf die Beine helfen die inzwischen wegen der zahlreichen Klageverfahren der √ľber 1100 bundesweit t√§tigen B√ľrgerinitiativen keine Baut√§tigkeit mehr hat.

Die Auswirkungen auf die Anwohner gehen √ľber die bekannten Erscheinungen wie Schattenwurf und h√∂rbaren L√§rm hinaus. Die wesentlich st√§rkere und gesundheitssch√§digende Beeintr√§chtigung besteht in der Wirkung des tieffrequenten Schalls, des so genannten Infraschalls. Das Wachstum der Anlagen und die zunehmende L√§nge der Rotorbl√§tter steigern die Emissionen dieses Schallspektrums. Jeder Durchgang eines Rotorblatts vor dem Turm erzeugt einen r√ľckseitigen Drucksto√ü auf das Rotorblatt, wodurch es in Schwingungen versetzt wird. Je l√§nger das Rotorblatt, desto gr√∂√üer die Wellenl√§nge, mit der es schwingt. Frequenzen unterhalb 20 Hertz (Schwingungen pro Sekunde) bringen auch Wellenl√§ngen unterhalb von 20 Metern mit sich. Dieser Schall ist nicht mehr h√∂rbar, √ľbertr√§gt aber Energie. √Ąhnliches kennt man schon von tiefen h√∂rbaren Frequenzen, etwa wenn ein Nachbar in der √ľbern√§chsten Wohnung seine Stereo-Anlage aufdreht und in der Folge die B√§sse mehrere W√§nde durchdringen, nicht aber die hohen T√∂ne. Betroffene die nachts nicht mehr schlafen k√∂nnen ziehen sich oft zum Schlafen in die Kellerr√§ume zur√ľck, soweit m√∂glich. Landwirte berichten, dass sich die Tragezeiten von Nutztieren verl√§ngern und vermehrt Missbildungen auftreten. Die Verfassungsrechtler Prof. Elicker und Prof. Wendt haben bereits am 25.2.16 Verfassungsklage wegen k√∂rperlicher Unversehrtheit eingereicht. Die Bundesregierung hat √ľber eine Anwaltskanzlei viermal Fristverl√§ngerung beantragt, sodass nunmehr √ľber eine Verschleppungsklage die Behandlung beim Bundesverfassungsgericht wohl erzwungen werden muss.

Windkraftanlagen im Schwarzwald m√ľssen nachts teilweise stillegelegt werden, weil sie zu laut sind. W√§lder abholzen, Windr√§der bauen, nachts stilllegen wegen L√§rmgrenzwert√ľberschreitung, dies zeigt die fatale Fehlentwicklung der √ľberst√ľrzten Energiewende. Br√§nde k√∂nnen durch Kurzschl√ľsse oder √úberhitzung entstehen, seltener durch Blitzschlag. Es kommt zu Br√§nden, die meist zum Totalschaden f√ľhren. Hydraulik- und Getriebe√∂l oft mehr als 1000 Liter und Kabel bilden gro√üe Brandlasten. Brandl√∂schsysteme eingebaut ins Maschinenhaus gibt es auf dem Markt sind aber in Baden-W√ľrttemberg nicht Pflicht.

Im Artenschutz wird in Baden-W√ľrttemberg zum Nachteil gesch√ľtzter Arten praktiziert. So hat der Rotmilan hierzulande einen Horstabstand von 1000 m zum Windrad in Bayern 1500 m. Gesichtserkennungssysteme f√ľr den Rotmilan sind in Entwicklung, ob sie jemals eine amtliche Zulassung erhalten ist fraglich.

Bereits im Normalbetrieb gehen Unfallgefahren von Windkraftanlagen aus, insbesondere durch Eiswurf. Abgelöste Eisbrocken können mehrere hundert Meter weit fliegen. Pro Jahr ereigneten sich bisher zirka 10 bis 50 Havarien, ein zentrales Kataster existiert nicht.

Getriebelosen Maschinen von Siemens oder Enercon verf√ľgen √ľber Synchrongeneratoren, die starke Permanentmagnete erfordern. Zu deren Herstellung sind Seltene Erden wie beispielsweise Neodym n√∂tig, das unter teils umweltsch√§dlichen und menschenunw√ľrdigen Bedingungen in China und Drittweltl√§ndern gef√∂rdert wird.

Die Fundamente enthalten bis zu 3.500 Tonnen Stahlbeton und stellen durch die unterirdische Bodenversiegelung ein Hindernis f√ľr die Grundwasserbildung dar. Laut Baugesetz m√ľssten mit Demontage der Anlage auch die Fundamente komplett entfernt werden. Ob dann der Betreiber ausreichend R√ľcklagen gebildet hat, um diese kostspielige Ma√ünahme durchzuf√ľhren, ist nicht mit Sicherheit anzunehmen. Der Immobilienwertverlust ist erheblich. Aufgrund der Leibnitz Studie ist bekannt, dass der Immobilienwertverlust der angrenzenden Wohnh√§user den Wert des Stromes an der Leipziger B√∂rse den die Windindustrieanlagen in 20 Jahren erzeugt √ľbersteigt. Bleibt zu hoffen, dass die Mandatstr√§ger auf Gemeindeebene wachsam und deutlich dieser Entwicklung entgegentreten.

Https://www.energieatlas-bw.de/wind/windpotenziale-auf-gebietsebene

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