22. Senat des BayVGH verlangt von den Klägern „Wetter-Wahrsagerei“

Die Rechtsprechung in Sachen Windkraft ist um einen absurden Fall reicher: Denn die Hettstadter Windkraftanlage darf unter Auflagen weitergebaut werden.

Es werden vom Kläger allerdings hellseherische meteorologische Kenntnisse verlangt denn die Kläger können bis zum 30. April 2015 an bis zu sieben Tagen ihre Arbeitgeberin (Obstplantage)bitten, dass diese sich telefonisch an die Firma BayWa r.e. Wind GmbH als Betreiber der Anlage wendet, damit die Windkraftanlage bei drohender Eiswurfgefahr abgestellt wird. Allerdings muss dies mindestens 24 Stunden vor der konkreten Eiswurfgefahr geschehen; ansonsten muss die Firma BayWa r.e. Wind die Windkraftanlage nicht abschalten: So sieht nach Auffassung des 22. Senats des BayVGH offenbar ein modernes Eiserkennungssystem im 21. Jahrhundert aus.

Von den klagenden Arbeitern wird folglich nicht nur erwartet, dass sie – wohlgemerkt besser als die meisten Wetterdienste – Wetterexperten sind.

Und vor den sonstigen Gefahren der Anlage wie brennenden Teilen etc. empfiehlt der 22. Senat in makabrer Manier einen “Selbstschutz durch Weglaufen”, denn dies sei eine nicht unangemessene Benachteiligung.