21.12.2016 Neue Lärmmessungen haben ergeben, dass die Immissionswerte an einigen Orten nicht eingehalten werden: Daher werden drei der sieben Windkraftanlagen des Bürgerwindparks südliche Ortenau ab sofort nachts abgeschaltet. Dies hat das Landratsamt des Ortenaukreises angeordnet. Die übrigen vier Anlagen werden im Nachtzeitraum (22 bis 6 Uhr) im schallreduzierten Modus betrieben.

Damit ziehen die Betreiber des Windparks Konsequenzen aus der ersten qualifizierten Messung durch ein unabhängiges Sachverständigenbüro Mitte November 2016. Wie ein Kompressor höre sich der Lärm an, der von den Windkraftanlagen ausgehe, sagte eine Anwohnerin aus dem Regelsbach. Nichts habe sich durch den schallreduzierten Betrieb verändert, der im November angeordnet worden war, sagte eine weitere Anwohnerin. Nun haben laut Pressemitteilung des Landratsamts die Betreiber des Windparks – Green City Energy und die Ettenheimer Bürgerenergie – die Messergebnisse eines unabhängigen Sachverständigenbüros ausgewertet und sich eine freiwillige Betriebsbeschränkung auferlegt. "Mit der freiwilligen Betriebsbeschränkung erübrigt sich die Notwendigkeit einer Anordnung durch die Genehmigungsbehörde", wird Julia Morelle, Leiterin des Amts für Gewerbeaufsicht und Immissionsschutz beim Landratsamt Ortenaukreis, in dem Pressetext zitiert. "Wir haben dem zugestimmt und folgen der Auffassung der Sachverständigen, dass mit den nun eingeleitetens Maßnahmen die Richtwerte auch unter Berücksichtigung der aktuell noch nicht erklärbaren Ursachen eingehalten werden", so Morelle. Die Bürgerinitiative Pro Schuttertal hatte in einer E-Mail an das Landratsamt jüngst wiederholt gefordert, den Betreibern die Betriebserlaubnis zu entziehen.

Lärmursache weiter unklar Eine Messung des Landratsamts von Anfang November hatte ergeben, dass die im Genehmigungsverfahren prognostizierten nächtlichen Lärmwerte deutlich überschritten worden waren. Sogenannte Impulshaltigkeiten, von Bürgern in ihren Beschwerden teilweise als "Wummern" beschrieben, habe die qualifizierte Messung hingegen nicht feststellen können, heißt es in der Mitteilung. "Die Messung des Sachverständigenbüros zeigte aber vor allem, dass die in der immissionsschutzrechtlichen Genehmigung festgeschriebenen Immissionsrichtwerte an einigen Immissionsorten nicht eingehalten werden", so Julia Morelle.

Nur zu Messungen ist nächtlicher Betrieb zulässig Ausschließlich zur messtechnischen Ursachenermittlung würden einzelne oder auch alle Anlagen punktuell nachts betrieben werden. "Die jetzigen Betriebsbeschränkungen gelten ab sofort und entfallen erst, wenn durch einen messtechnischen Nachweis einer amtlich benannten Messstelle die Einhaltung der Immissionsrichtwerte durch den gesamten Windpark nachgewiesen worden ist", ergänzt Julia Morelle.