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Der am Spotmarkt gehandelte Strom war im Jahr 2016 noch günstiger als in den Vorjahren. Im Mittel kostete eine Megawattstunde Strom an der Epex-Spot zur Lieferung am folgenden Tag 28,81 Euro (2015: 31,91 Euro). Besonders günstig war er zu Jahresanfang, so notierte der Day-ahead-Preis im Februar bei 22 Euro je Megawattstunde. In der zweiten Hälfte des Jahres stieg der Strompreis sukzessive und erreichte im vierten Quartal durchschnittlich 37,61 Euro je Megawattstunde.

Die Ursache dafür waren zum einen die zu Jahresende wieder anziehenden Rohstoffpreise bei Erdgas und Steinkohle, zum anderen aber auch die deutlich gestiegenen Strompreise in Frankreich, wo etliche Kernkraftwerke im Herbst 2016 aufgrund von Sicherheitsbedenken kurzfristig vom Netz genommen worden waren.

Höhe der Preisauschläge steigt - Häufigkeit geringer

Die Volatilität des Stromangebots durch Erneuerbare Energien schlägt sich weiterhin in den kurzfristigen Strompreisen nieder. Allerdings veränderte sich das Muster gegenüber dem Vorjahr: Die Höhe der Ausschläge der kurzfristigen Großhandelsstrompreise hat insgesamt zugenommen, während ihre Häufigkeit rückläufig war. So überschritt der Strompreis am Spotmarkt nur an 391 Stunden die Marke von 50 Euro, im Jahr 2015 waren es noch 603 Stunden gewesen. Allerdings übersprang der Preis 2016 an 30 Stunden die 75-Euro-Marke. Das war 2015 nur an 8 Stunden der Fall gewesen. Der höchste Preis wurde am 8. November um 17 Uhr erreicht: eine Megawattstunde kostete 104,96 Euro (Maximum 2015: 99,77 Euro/Megawattstunde). Ein vergleichbares Muster zeigt sich auch bei den negativen Strompreisen. Nachdem diese im Jahr 2015 an 126 Stunden verzeichnet wurden, waren es 2016 nur noch 97 Stunden. Im Mittel betrug der Strompreis in diesen Stunden -17,81 Euro je Megawattstunde (2015: -9,00 Euro/Megawattstunde). An 46 Stundenbetrug der Strompreis weniger als -10 Euro je Megawattstunde (2015: 41 Stunden), an 11 Stunden wurden weniger als -50 Euro je Megawattstunde erreicht.

Der niedrigste Preis datiert auf den 8. Mai um 14 Uhr: hier wurde eine Megawattstunde mit -130,09 Euro gehandelt. Mit Beginn des Jahres 2016 ist auch die 6-Stunden-Regelung des EEG 2014 in Kraft getreten, derzufolge nach dem 1. Januar 2016 errichtete großskalige Erneuerbare- Energien-Anlagen dann keine Vergütung erhalten, wenn sechs Stunden in Folge oder länger an der Strombörse negative Strompreise herrschen Dieser Fall ist 2016 sieben Mal aufgetreten, insgesamt wurde die Vergütung für solche Anlagen im Jahr 2016 an 55 Stunden ausgesetzt.4 Sechs oder mehr Stunden mit negativen Preisen treten am ehesten an Wochenenden und an Feiertagen auf.

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