Inzwischen sind verschiedene Maßnahmen zur Verringerung der Lichtemissionen von WEA-Befeuerungen verfügbar bzw. in Entwicklung und Erprobung (Quellen: HiWUS-Studie und Wikipedia):

  1. Abschirmung der Feuer nach unten und Festlegung einer Obergrenze für die Lichtstärke
  2. Dimmen der Feuer bei guter Sicht unter Einsatz eines Sichtweitenmessgerätes
  3. Bedarfsgerechte Befeuerung Die Befeuerung bleibt abgeschaltet, wenn sich kein Flugobjekt im umgebenden Luftraum befindet.

Die Wirkungsprinzipien sind:

Transponder Ein im Windpark installierter Radarsensor empfängt die Transpondersignale, die zu deren Identifikation von Flugzeugen und Hubschraubern ausgesendet werden können. Wird ein Flugobjekt im warnrelevanten Bereich lokalisiert, so wird die Befeuerung eingeschaltet. Diese Technik ist vergleichsweise kostengünstig, allerdings besteht für Flugobjekte derzeit keine Transponderpflicht bzw. keine Transponder-Einschaltpflicht, sodass nicht zwingenderweise alle Objekte erfasst werden. Zudem kann bei diesem System derzeit nicht sichergestellt werden, dass im Fehlerfall die Befeuerung aktiviert wird.

Primärradar Von Antennen im Windpark werden elektromagnetische Impulse erzeugt, die an Flugobjekten reflektiert und von Sensoren erfasst werden. Aus den empfangenen Echos wird die Flugroute errechnet und im Fall einer kritischen Annäherung die Befeuerung eingeschaltet. Aufgrund der komplexeren Technik ist dieses Systems teurer als die Transponder-Methode. Vorteilhaft ist, dass ein Flugobjekt selbst dann erkannt wird, wenn es selbst keine Signale aussendet. Da im Gegensatz zur Transponder-Lösung sämtliche relevanten Komponenten am Boden angeordnet sind, erkennt das System eventuell auftretende Funktionsstörungen und schaltet die Befeuerung ein. Ein Gesetzentwurf der Bundesregierung fordert bei genehmigungsbedürftigen Anlagen den Einsatz „der besten verfügbaren Techniken“ (Quelle: „Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie über Industrie-emissionen“, vom 23.5.2012, als Umsetzung der EU-Richtlinie über Industrieemissionen). Zur Vermeidung von Schäden für die Tiere und Beeinträchtigungen für den Menschen ist daher entsprechend dem Stand der Technik zu fordern, dass die Windräder mit einer bedarfsgesteuerten Befeuerung (Transponder- oder Radarsysteme) ausgestattet werden.

Airspex 23.9.14 Bedarfsgerechte Befeuerung „airspex“ wurde von ENERTRAG gemeinsam mit Airbus Defence & Space, der Verteidigungs- und Sicherheitsdivision des Luft- und Raumfahrtkonzerns Airbus, entwickelt und arbeitet im X-Band Frequenzbereich. Seinen Praxistest absolvierte es im Bürgerwindpark Ockholm-Langenhorn in Schleswig-Holstein. Das radargestützte System aktiviert die Befeuerung, wenn sich ein Luftfahrzeug in einem Umkreis von vier Kilometern befindet und dabei in einer Höhe von bis zu 600 Metern fliegt. Sobald es dieses Gebiet verlässt, wird die Befeuerung wieder deaktiviert.


Die Nachtkennzeichnung der Windenergieanlagen erfolgt ab einer Gesamthöhe von 100 m durch Gefahrenfeuer, Feuer W, rot oder Blattspitzenhindernisfeuer (in Verbindung mit Hindernisfeuer):

Gefahrenfeuer Das Gefahrenfeuer ist ein rotes blinkendes Rundstrahlfeuer mit einer Lichtstärke von 2.000 cd. Ihr Einsatz erfolgt meist in doppelter Ausführung, um sicherzustellen, dass auch bei Verdeckung durch ein Rotorblatt immer mindestens ein Feuer aus jeder Richtung sichtbar ist. Werden Gefahrenfeuer eingesetzt, darf es vom höchsten Punkt des Rotors um maximal 50 m überragt werden.

Alternativ zum Gefahrenfeuer kann das Feuer W, rot eingesetzt werden, welches ausschließlich bei Windenergieanlagen Verwendung findet. Es ist ein Rundstrahlfeuer mit einer speziellen Abstrahl-charakteristik und vorgegebener Blinkfolge (1s AN – 0,5s AUS – 1s AN – 1,5s AUS). Das Feuer W, rot muss in gedoppelter Ausführung auf dem Maschinenhaus installiert werden und darf vom höchsten Punkt des Rotors um maximal 65 m überschritten werden.

Blattspitzenbefeuerung Bei der Blattspitzenbefeuerung enthält die Spitze der Rotorblätter Leuchten, die in einem definierten Abstrahlbereich eine Lichtstärke von 10 cd erreichen müssen. Es muss jeweils das oberste Rotor-blatt befeuert werden (beim Dreiblattrotor also im Bereich ± 60° von der Senkrechten). Bei Stillstand der Windenergieanlage oder einer Drehzahl unterhalb der niedrigsten Nenndrehzahl, müssen alle Spitzen befeuert werden. Bei der Ausrüstung von Windenergieanlagen mit Blattspitzenhindernis-feuern sind auf dem Maschinenhaus zusätzliche Hindernisfeuer (= rotes Rundstrahl-Festfeuer mit einer Lichtstärke von mind. 10 cd im Abstrahlbereich von -2° bis +10°) erforderlich.

Übersteigt die Gesamthöhe der Windenergieanlage die Marke von 150 m, so sind zusätzlich Hindernisbefeuerungsebenen am Turm erforderlich, die nicht von Rotorblättern verdeckt werden dürfen. Aus jeder Richtung müssen dabei mindestens zwei Turmfeuer zu sehen sein. Über die Anzahl und Position der Befeuerungsebenen sind in der AVV Kennzeichnung keine Angaben zu finden, jedoch wird in einer Studie des Bundesverbandes Windenergie (BWE) folgendes ange-geben: Zwischen den Befeuerungsebenen liegen jeweils 45 m, wobei die oberste Ebene 3 m unter dem niedrigsten Punkt des Rotors liegt und die untersten 45 m des Mastes nicht befeuert werden.

Synchronisierung Um das Erscheinungsbild der Befeuerung von Windenergieanlagen für den Menschen harmonischer zu gestalten, wird die Befeuerung eines Windparks häufig synchronisiert. Dies geschieht über ein Zeitsignal, welches z. B. über GPS oder DCF77 empfangen wird. Oft wird dieses Zeitsignal von einem Master-Feuer über das windparkinterne Netzwerk an die übrigen Feuer verteilt. Moderne Feuer sind jeweils mit einem eigenen GPS-Sensor ausgestattet, sodass auch bei Ausfall des Master-Feuer oder des Netzwerkes die Synchronisation gewährleistet ist.