Leserbrief Hansjörg Jung als Antwort auf Leserbrief Waltraut Pfisterer-Preiss 13.2.25

18, Februar, 2025 - Lesezeit: 2 Minuten

Antwort auf Leserbrief von Waltraud Pfisterer-Preiss „…. Nächste Angstmache von Hansjörg Jung “ vom 13.2.25

 Frau Pfisterer – Preiss spricht von Windkraft und falschen Windmessungen im Sindelfinger Wald und geänderten Flugrouten zum Flughafen Stuttgart. Sie bringt einiges durcheinander. In Vergangenheit gab es Missverständnisse und fehlerhafte Planungen, die sowohl finanzielle als auch sicherheitstechnische Konsequenzen hatten.

Im Sindelfinger Wald gab es nie eine Windmessung. Die Windmessung fand am Frauenkreuz Leonberg nördlich der Autobahn statt. Die Tochtergesellschaft des Landkreises Böblingen, die Naturstrom GmbH, hatte unter Federführung des ersten Landesbeamten große Windkraftpläne und wollte auf dem Hügel der Vergärungsanlage zwei Windräder bauen. Die nicht richtlinienkonforme Windmessung – der Windmessmast war nur 50 Meter anstatt 100 Meter hoch - spiegelte eine ausreichende Windhöffigkeit vor. Letztendlich wurde aber das Thema Windkraft wegen der Flugsicherung und der Anflugrouten  zum Flughafen Stuttgart gestoppt. Denn die Flugsicherung erarbeitete im Auftrag des Regierungspräsidiums alternative Einflugrouten zum Flughafen Stuttgart, die von der Fluglärmkommission abgelehnt wurden. Dieses dilettantisch geplante Projekt kostete den Steuerzahler im Kreis Böblingen 373.000 Euro. Im Steuerzahler Schwarzbuch 2014  wurde über diesen Fall ausführlich berichtet. Der Bund der Steuerzahler kommt zur Ansicht, dass die Kommunen und Gebietskörperschaften vor lauter Euphorie für ihr grünes Ziel an den Gegebenheiten vorbeiplanen und Hindernisse nicht sehen bzw. wahrhaben wollen.

Dass sich der Landkreis beim Projekt Frauenkreuz anschickt mit seiner Tochtergesellschaft als Projektträger und Bauherr aufzutreten  und sich das eigene Bauvorhaben im immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren auch quasi selbst genehmigt ist ein Skandal für sich. Kommt es später im Betrieb zu Lärmbeschwerden so ist wiederum das Landratsamt für die Lärmbewertung zuständig.

Dieses Kapitel hat Frau Pfister-Preiss als ehemalige Stadträtin der Grünen nicht erwähnt stattdessen beschimpft sie mich als „Angstmacher“. Ich werde weiterhin aus meiner 12 jährigen Erfahrung als Verfahrensbeteiligter in Windkraftprojekten in meinen Vorträgen berichten und dabei den Artenschutz und den Schutz der Bevölkerung besonders in den Blick nehmen. Dabei werde ich die Machenschaften der Windkraftindustrie, die auch vor den Amtsstuben nicht halt machen, nicht verschweigen.