Wer am 29. Januar in die Alte Turnhalle kam, spürte sofort: Hier soll kein echter Dialog stattfinden. Keine Saalmikrofone, keine echte Einladung zur Diskussion – nur der stille Hinweis: Bitte nicht zu viel, bitte nicht zu laut, und schon gar nicht über das Thema, das die Bürgerschaft bewegt: Windkraft im Wald. So behandelt man keine Bürgerinnen und Bürger, denen dieser Wald am Herzen liegt. So geht man nicht mit Menschen um, die ihre Heimat verteidigen möchten.
Denn genau das ist unser Stadtwald: Heimat.
Der Spitalwald ist nicht irgendeine Fläche auf einer Planungsfolie, die man nach Belieben mit Symbolen überkleben kann. Er ist ein Ort voller Leben, voller Geschichte, voller persönlicher Erinnerungen. Man geht dort spazieren, findet Ruhe, hört den Wind in den Baumkronen, sieht die Sonne zwischen den Stämmen tanzen.
Und gerade weil dieser Wald so gesund, so stabil ist, trifft es viele mitten ins Herz, wenn er nun als Industriegebiet bezeichnet wird. Wenn plötzlich behauptet wird, er sei geschädigt, obwohl jeder Spaziergänger sieht, wie vital die Buchen dort stehen. Wer vor Ort war, weiß: Von „dürren Beständen“ kann keine Rede sein.
Im Übrigen beinflussen Windkraftanlagen/Windparks das Mikro-Klima negativ! Zumindest zwei internationale umfangreiche Studien konstatieren eine ungefähre Temperatur-Erhöhung von 0,7 ° C innerhalb von zehn Jahren. Dies kann man gewiss nicht mehr als marginal bezeichnen! (Quellen: ZHOU, L. et al. (2012): Impacts of windfarms on land surface temperatur; Der Energiedetektiv (Dr. J. A. WEIGL, 2024): Windenergie im Burgenland – Klimaschutz oder Klimaschaden).
Unser großer Energieversorger EnBW schreibt auf seiner Webseite, dass wertvolle Laub- und Mischwälder ausdrücklich nicht für Windkraft vorgesehen sind. Warum gilt das ausgerechnet bei unsrem Spitalwald nicht?
Warum also wird ein solcher Wald geopfert? Für riesige Anlagen, die Schneisen schlagen, Boden verdichten, das vertraute Landschaftsbild unwiederbringlich verändern. Für Zufahrtsstraßen, die neuerdings sogar ohne Genehmigung asphaltiert werden, Betonfundamente, Schlagschatten und Rotoren, die man Kilometer weit sieht und hört. All das in einer Region, die wirtschaftlich stark ist und ihren Wald als Naherholungsort dringend braucht. Es geht um Vernunft, Ehrlichkeit und Respekt vor dem, was uns als Gemeinschaft trägt. Unser Wald ist kein Projektgebiet – er ist ein Stück Seele dieser Stadt. Wer ihn zerstört, zerstört ein Stück von uns.